Theater als Urkraft
Warum sollte uns das Schicksal einer Gruppe Jungen und ihrem Lehrer in einem Eliteinternat der 50er Jahre interessieren? Warum so viel Aufhebens darum machen? Was ist dran an dieser Geschichte? Was ist dran an diesen Geschichten, die uns fesseln und nicht mehr loslassen als wären sie ein Teil von uns selbst? Diese Geschichte vom Club der toten Dichter feierte seine Premiere als amerikanisches Filmdrama. Das war im Jahr 1989. 1989 – zugleich ein einschneidendes Jahr in unserer eigenen Geschichte: Manche von uns haben aus beständiger eigener Kraft heraus endlich eine Mauer durchbrochen, wie wenn ein Fluss aus einem zu engen Flussbett schließlich ausbricht und fortan einen eigenen Weg geht. Andere wurden von dieser Kraft einfach nur mitgerissen. Das ist der Kern dieser Geschichte: Eine radikale Befreiung und Erweckung in exemplarischen Varianten: Tod, Überleben, Weiterleben, leidenschaftlich Leben. Aber niemand kann behaupten, es wäre nichts geschehen, es hätte kein Beben gegeben.
35 Jahre später:
Eine Geschichte wie diese, plötzlich und unverhofft, mit junger unverbrauchter Wucht, unfehlbarem Instinkt und klarer Form wieder dargeboten zu bekommen ist ein großes Vergnügen und zugleich ein großes Geschenk. Ich danke den großartigen Darstellerinnen und Darstellern für dieses Geschenk und für die Freigabe der Fotos!
Anne Manzek, Juli 2025
Die Fotos entstanden während der Endproben und der letzten Vorstellung im Mai 2024 an der ESBZ Berlin. Einige Darsteller des 12. Jahrgangs standen zum ersten Mal auf einer Theaterbühne.
Der Club der toten Dichter
Kurs: Darstellendes Spiel Jahrgang 12
Kursleitung: Janéne van Pletsen